Gelebte Freundschaft!

Am 22. Januar 1963 wurde der Élysée-Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit unterzeichnet. Seit 2003 erinnert der Deutsch-Französische Tag daran. Anlässlich des „deutsch-französischen Tags“ 2020 erschien in den WN ein großer Zeitungsbericht über die Freundschaft Lüdinghausen – Taverny

Hier ist der Artikel:

Lüdinghausen – Maria Edelbusch und Lucie Müller-Soulignac leben Europa. Das ist mehr als eine Schwäche der Französin für Rouladen und die Begeisterung der Deutschen für Kuchen, Käse und Wein. Die beiden Frauen aus dem Vorstand der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) Lüdinghausen erzählen über Freundschaft, die über Landesgrenzen hinausgeht. – Von Bastian Becker

Maria Edelbusch und Lucie Müller-Soulignac.

Lucie Müller-Soulignac verkauft in ihrem Laden in Seppenrade französische Feinkost. Aber auch einige deutsche Spezialitäten haben es der Französin angetan: „Die Rouladen meiner Schwiegermutter esse ich sehr gerne“, verrät Müller-Soulignac. Maria Edelbusch schmecken dagegen Kuchen, Käse und Weine aus dem Land der Baskenmützen hervorragend. Aber nicht nur der kulinarischen Besonderheiten wegen ist für die beiden Frauen aus dem Vorstand der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) Lüdinghausen eine enge Beziehung zwischen den zwei Ländern für ganz Europa wichtig.

„Wenn sich Deutschland und Frankreich gut abstimmen, ist das wichtig für die Einheit in Europa“, betont Edelbusch. „Wir haben unsere schlimme Geschichte mit zwei großen Kriegen, aber wir haben die alten Zeiten überholt und können Europa zusammenbauen“, blickt Müller-Soulignac sowohl zurück als auch voraus.

Während die DFG-Vorsitzende Edelbusch als Jugendliche durch eine Brieffreundin, bei der sie regelmäßig in den Ferien zu Gast war, ihre Liebe zu Frankreich und zur französischen Sprache entdeckte, hatte Müller-Soulignac, bevor sie ihren deutschen Mann in Kanada kennenlernte, keinerlei Kontakt zu Deutschland. Heute schätzt sie das Leben im Münsterland: „Der tolle Zugang zu Kultur, das gefahrlose Radfahren, die Weihnachtszeit und die Organisation begeistern mich hier“, zählt die Seppenraderin, die im DFG-Vorstand als Übersetzerin mithilft, auf. Edelbusch, die Französisch studierte und als Lehrerin arbeitete, nennt die Kultur und die Landschaften der Bretagne oder Provence als Vorzüge Frankreichs, „aber vor allem die freundlichen, offenen, lustigen Menschen“.

Die DFG arbeitet stets eng mit der Gruppe aus Lüdinghausens Partnerstadt Taverny zusammen. Edelbusch erinnert sich insbesondere an die Jubiläumsfeiern der Partnerschaft mit großen Festen. Müller-Soulignac ist die spontane Gedenkaktion auf dem Marktplatz vor fünf Jahren nach dem Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Gedächtnis geblieben: „Es sind so viele gekommen, das war super.“ Edelbusch meint derweil zu den regelmäßigen Begegnungen mit den Franzosen: „Frieden fängt an der Basis an.“ Über den halbjährlichen Rundbriefen stehe stets das Wort „amitié“ (Freundschaft). Für die nächsten Jahre wünscht sie sich, „dass die beiden Länder politisch nicht auseinanderdriften“. Zudem müsse man in beiden Staaten angesichts der extremistischen Strömungen darauf achten, niemanden auszugrenzen.

Lucie Müller-Soulignac verkauft in ihrem Laden in Seppenrade französische Feinkost. Aber auch einige deutsche Spezialitäten haben es der Französin angetan: „Die Rouladen meiner Schwiegermutter esse ich sehr gerne“, verrät Müller-Soulignac. Maria Edelbusch schmecken dagegen Kuchen, Käse und Weine aus dem Land der Baskenmützen hervorragend. Aber nicht nur der kulinarischen Besonderheiten wegen ist für die beiden Frauen aus dem Vorstand der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) Lüdinghausen eine enge Beziehung zwischen den zwei Ländern für ganz Europa wichtig.

„Wenn sich Deutschland und Frankreich gut abstimmen, ist das wichtig für die Einheit in Europa“, betont Edelbusch. „Wir haben unsere schlimme Geschichte mit zwei großen Kriegen, aber wir haben die alten Zeiten überholt und können Europa zusammenbauen“, blickt Müller-Soulignac sowohl zurück als auch voraus.

Während die DFG-Vorsitzende Edelbusch als Jugendliche durch eine Brieffreundin, bei der sie regelmäßig in den Ferien zu Gast war, ihre Liebe zu Frankreich und zur französischen Sprache entdeckte, hatte Müller-Soulignac, bevor sie ihren deutschen Mann in Kanada kennenlernte, keinerlei Kontakt zu Deutschland. Heute schätzt sie das Leben im Münsterland: „Der tolle Zugang zu Kultur, das gefahrlose Radfahren, die Weihnachtszeit und die Organisation begeistern mich hier“, zählt die Seppenraderin, die im DFG-Vorstand als Übersetzerin mithilft, auf. Edelbusch, die Französisch studierte und als Lehrerin arbeitete, nennt die Kultur und die Landschaften der Bretagne oder Provence als Vorzüge Frankreichs, „aber vor allem die freundlichen, offenen, lustigen Menschen“.

Die DFG arbeitet stets eng mit der Gruppe aus Lüdinghausens Partnerstadt Taverny zusammen. Edelbusch erinnert sich insbesondere an die Jubiläumsfeiern der Partnerschaft mit großen Festen. Müller-Soulignac ist die spontane Gedenkaktion auf dem Marktplatz vor fünf Jahren nach dem Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Gedächtnis geblieben: „Es sind so viele gekommen, das war super.“ Edelbusch meint derweil zu den regelmäßigen Begegnungen mit den Franzosen: „Frieden fängt an der Basis an.“ Über den halbjährlichen Rundbriefen stehe stets das Wort „amitié“ (Freundschaft). Für die nächsten Jahre wünscht sie sich, „dass die beiden Länder politisch nicht auseinanderdriften“. Zudem müsse man in beiden Staaten angesichts der extremistischen Strömungen darauf achten, niemanden auszugrenzen.

Die DFG will den Kontakt zwischen jungen Menschen fördern. Deshalb werden die zweimal jährlich eine Woche lang stattfindenden Sprachkurse 2020 auch für Schüler angeboten. Während in den Osterferien Besuch aus Taverny kommt, reisen die Lüdinghauser in den Herbstferien nach Frankreich. Eine Teilnahme am Sprachunterricht ist nicht verpflichtend, zum Programm zählen auch Ausflüge. Die Unterbringung findet in Gastfamilien statt. In den Sommerferien gibt es eine trinationale ökologische Woche im Biologischen Zentrum, zu der Schüler aus Lüdinghausen, Taverny und Nysa eingeladen sind.

Dieser Eintrag wurde in 2020 veröffentlicht. Lesezeichen auf den permalink setzen.