DFG auf geschichtlicher Radtour

Das Ende des ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren brachte die Deutsch-Französische Gesellschaft Lüdinghausen (DFG-LH) auf die Idee zu einer geschichtlichen, sportlichen und auch vergnüglichen Fahrradtour entlang der Maas, von Verdun in Frankreich über Belgien und Holland nach Lüdinghausen.

12 Mitglieder der DFG Lüdinghausen und ein Ehepaar aus der Partnerstadt Taverny machten sich gemeinsam auf die 11-tägige Fahrradreise. Lothar Kostrzewa-Kock hatte die ganze Route ausgearbeitet und war auch als Tourenleiter umsichtig und souverän. Startpunkt war Verdun in Frankreich, das Gebiet, in dem 1916 während 300 Tagen entsetzliche Kämpfe stattgefunden haben, die bis heute für das Grauen des 1. Weltkriegs stehen. Josef Edelbusch, pensionierter Geschichtslehrer, erklärte den Teilnehmern die Geschehnisse rund um Verdun. Besonders bewegend war, dass die Gruppe danach die französischen Freunde in die Arme nahm und man sich der aufrichtigen gegenseitigen Freundschaft versicherte. Besichtigt wurden in Verdun das Mahnmal und Gebeinhaus des 1. Weltkriegs, Schützengräben, Gedenkstätten damals vernichteter Dörfer und nicht zuletzt das Weltzentrum des Friedens in der Stadt. Gerade in diesem Museum wurde den Besuchern noch einmal deutlich gezeigt, wie sehr der Frieden in Europa vom Zusammenhalt der Europäischen Union abhängt.

Die Tour ging weiter über Sedan, ebenfalls ein Ort mit symbolhafter Bedeutung aus der Zeit des deutsch – französischen Krieges von 1870 . Wunderschöne Landschaften und idyllische kleine Dörfer und Städte reihten sich die nächsten Tage entlang der Maas. Die Flusslandschaft zwischen Namur und Lüttich in Belgien war geprägt von großen Industrieanlagen. In Holland fuhr die Gruppe auch abseits des Flusstales durch viele schöne kleine, ruhige Orte und bekam einen Eindruck vom beschaulichen Landleben. Maastricht und Roermond als Übernachtungsorte vermittelten dann aber auch lebhaftes Treiben und den regen Fahrradverkehr auf Hollands Straßen.

Bei den Abendessen freute man sich, vor allem in den ersten Tagen, dass die Etappen bei großer Hitze geschafft waren. Bei leckeren Gerichten und Bier waren die Strapazen schnell vergessen.

Von Wesel kommend erreichte die Gruppe Lüdinghausen, gerade bevor der große Regen einsetzte.

Fleury bei Verdun, Gedenkkapelle für den im Krieg vernichteten Ort

Ankunft in Seppenrade

Dieser Eintrag wurde in 2019 veröffentlicht. Lesezeichen auf den permalink setzen.