DFG-Vorsitzende im Lokalteil der WN zu Notre-Dame

Die WN widmeten im Lokalteil einen langen Artikel dem Brand in Paris aus Lüdinghauser Sicht. Unter anderem Maria Edelbusch kam zu Wort.

Der Artikel:

Die erschreckenden Fernsehbilder aus Paris vom Montagabend mit der weltberühmten Kathe­drale Notre-Dame in Flammen und tausenden Menschen, die das Inferno, teilweise singend und betend, vom Ufer der Seine aus verfolgen – diese Bilder haben auch in Lüdinghausen Eindruck hinterlassen. „Ich kam gerade erst aus der Felizitas-Kirche von der letzten Probe des Kirchenchors vor Ostern nach Hause zurück“, erzählt Maria Edelbusch, seit 16 Jahren Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft, den Westfälischen Nachrichten . „Ich konnte erst gar nicht glauben, was ich da sah. Es ist ein so tolles Bauwerk. Es war unglaublich bedrückend, mit anschauen zu müssen, wie dieses für Frankreich und auch das Christentum so wichtige Symbol in Flammen aufgeht“, beschreibt die 65-Jährige ihre Gefühle.

Sie selbst hat Notre-Dame als Teenager zum ersten Mal besucht. „Seitdem bin ich unzählige Male dort gewesen, in den letzten Jahren meist im Rahmen einer Partnerschaftsreise nach Taverny“, berichtet Edelbusch. Noch vor einem Jahr habe sie die Krypta unterhalb der Kathedrale besucht, wo die beeindruckende Geschichte des Bauwerks auf Monitoren dargestellt werde. „Das war hochinteressant.“ Nun hofft sie, dass zumindest die wichtigsten Reliquien und Kunstschätze vor den Flammen gerettet werden konnten.

Eine Hoffnung, die auch von Thomas Kleinhenz geteilt wird. Der Regionalkantor, der auch die verschiedenen Chöre der St.-Felizitas-Gemeinde leitet, hat zu dem Pariser Wahrzeichen ein ganz besonderes Verhältnis. „Ich war im Oktober 2016 mit den Mitgliedern unseres Vokalensembles ,crescendo‘ zu einer Konzertreise in Taverny. Notre-Dame haben wir da eigentlich nur als Touristen besucht.“

Doch dann sei etwas Unglaubliches passiert: „Unser Chor durfte tatsächlich in der Kathedrale singen, ein unglaubliches Erlebnis und eine große Ehre, wenn man die Geschichte dieses Gebäudes bedenkt.“

Zustande gekommen ist das Überraschungskonzert damals quasi aus einer spontanen Idee heraus. „Einige Chormitglieder sagten während der Besichtigung, wie schade es sei, dort nicht auch singen zu können“, erinnert sich der Kantor. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir sofort rausfliegen, wenn wir hier einfach zu singen anfangen.“

Doch losgelassen hat die Idee ihn nicht. Gemeinsam mit einem Begleiter aus Taverny machte er schließlich eine Ansprechperson ausfindig und siehe da: Zwei Tage später hatten die Lüdinghauser ihren Auftritt. „Und das im sonst für Besucher abgeriegelten Chorraum unmittelbar vor dem Hochaltar. Das werde ich nie vergessen, das war absolut beeindruckend“, blickt Kleinhenz mit einer großen Portion Wehmut angesichts der aktuellen Brandkatastrophe zurück. „Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was die Flammen alleine schon mit der berühmten historischen Kirchenorgel angestellt haben. Ich befürchte, da sind unzählige Schätze für immer zerstört worden.“


Beitragsfoto: Eric Chan (aus der Wikipedia), CC-BY-2.0, Ausschnitt

Dieser Eintrag wurde in 2019, DFG veröffentlicht. Lesezeichen auf den permalink setzen.