Europa ist gerettet – DFG feiert Wahlsieg Macrons

Emmanuel Macron © Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons

In der französischen Stichwahl zum Präsidentenamt bekam Marine Le Pen weniger als ein Drittel der Stimmen.  Anlässlich dazu  erschien in den Westfälischen Nachrichten ein  Artikel über die  Perspektive der  DFG Lüdinghausen hierzu.

Der Artikel:

„Europa ist gerettet“

Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft feiern Wahlsieg Macrons / Ergebnisse aus Taverny

LÜDINGHAUSEN (Anne Eckrodt) Es war 20 Uhr am Sonntagabend, als im Wohnzimmer von Maria Edelbusch die Korken knallten. Champagnerkorken, versteht sich. Schließlich ist Edelbusch Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) und feierte mit Freunden den Sieg Emmanuel Macrons bei der Präsidcntschaftswahl im Nachbarland. „Europa ist gerettet, und unsere deutsch-französische Freundschaft lebt“, schwang auch am Tag nach der Wahl noch eine gehörige Portion Erleichterung und Freude in Edelbuschs Stimme mit.

Keinen deutschen Sender, sondern französisches Fernsehen verfolgte die Gruppe am Sonntagabend. Dort wurden pünktlich zur Schließung der letzten Wahllokale um 20 Uhr eine Minute lang die Sekunden rückwärts gezählt. „Das hatte was von einem Countdown wie an Silvester“, so Edelbusch. Als Macrons Werte auf dem Bildschirm auftauchten, brach vor dem Fernsehgerät der Jubel los.

Am Montag hat sich die DFG-Vorsitzende gleich informiert, wie die Menschen in Lüdinghausens französischer Partnerstadt Taverny, rund 25 Kilometer nordöstlich von Paris, abgestimmt haben. In dem gut 26000 Einwohner zählenden Ort schnitt Macron mit 72,5 % sogar noch besser ab als landesweit. Die Front-National-Kandidatin Marine Le Pen holte mit 27,5 % deutlich weniger als im Rest Frankreichs. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,6 %. „Das ist eine Menge, zumal die Wahl an einem verlängerten Wochenende mit Feiertag stattfand“, erzählte Edelbusch. Denn: Anders als in Deutschland haben die Franzosen keine Möglichkeit, ihre Stimme per Briefwahl abzugeben.

Und noch etwas unterscheidet die beiden Länder, wie Edelbusch jetzt festgestellt hat. „Es gibt das ‚vote blanc‘, das sogenannte Weiß-Wählen. Die Menschen geben dann nur einen leeren Briefumschlag ab und zeigen damit, dass sie zwar Interesse an der Wahl haben, für sie aber keiner der Kandidaten wählbar ist“, erläuterte Edelbusch. Anders sieht es beim „vote nul“ aus, das sich am ehesten als ungültiges Wählen übersetzen lässt. „Da werden Wahlzettel beispielsweise mit Protesten bekritzelt“, machte die DFG-Vorsitzende deutlich. In Taverny lag der Anteil derjenigen, die auf eine dieser beiden Arten „gewählt“ haben, bei immerhin 10,5 Prozent.

Apropos Taverny: Der erste Anruf am Sonntagabend galt dem Vorsitzenden der dortigen Deutsch-Französischen Gesellschaft. Edelbusch: „Zu dem tollen Ergebnis mussten wir ihm direkt gratulieren.“

»Das ist eine Menge, zumal die Wahl an einem verlängerten Wochenende mit Feiertag stattfand.«

Maria Edelbusch über die hohe Wahlbeteiligung in Taverny

DFG-Mitglieder feiern den Wahlsieg Macrons in der Stichwahl 2017
Darauf ein Gläschen Champagner: Maria Edelbusch (2.v.r.) stieß am Sonntagabend mit Freunden auf den Wahlsieg des Pro-Europäers Emmanuel Macron an. Foto: kvw/privat